cake before steak 3.0 – was kommt wirklich auf’n Teller und wann darf’s ne Ausnahme sein?

Ich erkläre euch am Besten zu aller erst einmal wie es nun nach vier Monaten so auf unserem Esstisch aussieht und wie die Kinder essen.

Ich muss sagen, nach dem Entschluss von nun an vegan zu essen war ich die erste Zeit mehr als streng was das Essen anbelangte. Womit ich auch viel negatives Feedback erhalten habe. Das meiste von der engeren Familie. Von Anfang an war mir klar, dass ich dem Papa sicherlich nicht vorschreiben werde, was er künftig essen soll. Ich habe ihm immer wieder nahe gelegt, warum ich es besser fände es nicht zu essen aber ihm selbst die Entscheidung überlassen. Bei den Kindern sieht das ein wenig anders aus. Und da unterstützt er mich auch prima und hat meine Entscheidung ohne wenn und aber akzeptiert. Da der Papa im Schichtbetrieb arbeitet ist es aber eher selten, dass wir alle vier am Esstisch sitzen.

Elias ist mittlerweile neun Jahre und hat auch schon seinen eigenen Kopf. Mir war klar, dass ich ihm nicht mehr vorschreiben kann was er essen darf und was nicht. Das möchte ich ehrlich gesagt auch gar nicht. Was bringt es mir? Dass er sich heimlich dann das Fleisch in Unmengen reinstopft wenn er bei Freunden ist? Sicherlich nicht. Ich möchte, dass er versteht, warum ich möchte, dass er mehr pflanzenbasiert isst. Und mit Verboten geht der Schuss sowieso nach hinten los.

Also entscheidet er selbst.

Wir sprechen sehr viel über das Essen. Was es im Körper macht und was gut ist und was nicht so gut ist. Ich versuche ihm das kindgerecht aber auch genauso wie es wirklich ist, zu erklären und er findet es sogar richtig interessant. Klar versteht er sicher nicht bei allem, was ich ihm damit sagen will, aber er denkt zumindest über das Essen nach und das ist toll. Manchmal liegt bei ihm Fleisch auf dem Teller, manchmal nicht. Er entscheidet da meist aus dem Bauch heraus denke ich. Und für mich ist es ok. Ich will ihn absolut nicht einengen, bin aber umso stolzer, wenn er selbst mal sagt „heute will ich kein Fleisch“. Dass es zum Frühstück nur noch Sojajoghurt und Sojamilch gibt, war von Anfang an kein Problem und er findet’s auch superlecker. Wir haben uns da einfach durchgetestet. Was schmeckt ihm, was nicht. Elias wird sehr einbezogen was auf dem Tisch landet, immerhin ist er der „Haglichere“ von uns. Das was schmeckt, wird einfach öfter gekocht und was nicht schmeckt, wird von der Liste gestrichen..

Lina unser kleiner Schredder macht ihrem Namen alle Ehre. Da war mir gleich klar, dass das kein Problem mit ihr wird. Die isst ja sowieso alles. 🙂 Und das tolle ist, die hat noch (fast) keinen eigenen Willen. Solang sie irgendetwas zwischen den Zähnen hat, ist alles gut. Die einzige Problematik auf die ich gestoßen bin war ihre Fläschchennahrung.

Zur Zeit trinkt sie morgens und abends vor dem zu Bett gehen noch ein Fläschchen. Und die braucht sie auch noch. Da das Stillen bei uns leider zum zweiten Mal einfach nicht klappen wollte und mehr in einer Brustentzündung geendet hat, als dass das Kind satt wurde, waren wir auch von Anfang an darauf angewiesen. Blöd nur, dass da etliche Milchbestandteile drin sind und einfach viel zu viele Fette. Hilfesuchend ging ich dann zum Kinderarzt. Der Arzt gab mir als Alternative eine Spezialnahrung für Allergikerbabys zum testen mit. Anfangs freute ich mich noch, dass ich eine Alternative gefunden habe, aber beim Zubereiten wurde mir schnell klar, dass das der reinste Flop war. Beim Öffnen schon kam mir ein ätzend ekelhafter Geruch entgegen. Ich dachte, vielleicht schmeckt es ja gar nicht so schlimm. Fläschchen war fertig. Mama hat gekostet und musste sich fast übergeben. Welches Baby würde das bitte freiwillig trinken?

Ich hab trotzdem mal probiert Lina dieses Gesüff schmackhaft zu machen. Die Sache war dann aber auch ziemlich schnell beendet. Bis jetzt habe ich noch keine passende Alternative gefunden, also trinkt sie weiterhin ihre Pre-Nahrung. Mal schauen wie lange sie die überhaupt noch trinkt. Vielleicht probier ich’s mal mit einem Sojakakao?


Aufgetischt

Zuhause versuche ich zu 100% vegan zu kochen. Bei uns essen auch alle das gleiche. Es wird also nicht extra Fleisch für den P.Daddy gemacht. Diese Mahlzeiten zu Hause sind die einzigen die ich selbst bestimmen kann, also wird meist auch vegan gegessen. Auch der Papa isst bedenkenlos mit und hat mir bis jetzt noch keine negative Kritik gegeben.

Es ist anders, ja. Aber muss deswegen nicht weniger lecker sein.

Was bei uns zur Zeit gut ankommt…

  • Nudeln mit verschiedensten Saucen
  • Semmelknödel in Schwammerlsauce
  • gegrilltes Gemüse
  • Milchreis mit Apfelmus
  • Salate
  • Rosinen
  • Müsli
  • Toast
  • Kaiserschmarrn
  • Waffeln
  • Risotto ect.

Und natürlich alles vegan. Vegan heißt nicht nur an ner Karotte zu knabbern bis man orange ist. Veganes Essen ist so unglaublich vielfältig. Und man kann so viele Gerichte in  „vegane Gerichte“ umwandeln. So ist der Umstieg für die Kinder auch nicht ganz so radikal. Sie essen weiterhin vieles, das sie bereits kennen. Es wird einfach nur anders zubereitet.

Der Veganismus ist trotzdem bis heute noch sehr umstritten, da viele Menschen glauben, dass der Verzehr von Tierprodukten essentiell für den Erhalt unserer Gesundheit ist. Dass das ein Irrglaube ist,  ist längst in zahlreichen Studien bestätigt worden.

Fehlernährungen und Zivilisationskrankheiten können vegan vermieden werden.

Und warum dann etliche Artikel, Bücher ect. strengstens davon abraten, bei Kindern eine vegane Ernährungsweise zu praktizieren, ist mir bis heute ein Rätsel.?

Will da vielleicht „jemand“ nicht, dass wir alle gesund bleiben? #gedankengulasch

Ich habe mich jedenfalls genauestens belesen, auf was man achten sollte und wollte es wieder einmal genau wissen. Hab ja leider keine Ernährungswissenschaften studiert, also musste Mama da selbst ran.

Welche Nahrungsmittel & Nährstoffe wir unbedingt brauchen und auf was besonders bei Kindern zu achten ist, werde ich euch noch einmal detailliert vorstellen.

Eins kann ich vorweg sagen. Es ist wichtig, dass darauf geachtet wird, immer genügend natürliche Vitamine, Ballaststoffe und Nährstoffe zu sich zu nehmen, vor allem bei den Kindern. Je frischer und natürlicher, desto besser. Das einzige Vitamin, dass bei einer veganen Ernährung unbedingt supplementiert werden sollte bzw. muss, ist B12.


Ausnahmen erlaubt?

Und jetzt mal im Ernst. Wie „strict“ sind wir?

Wie schon oben geschrieben sind die zwei Männer die (Teilzeit)-Fleischfresser unter uns. Unser Nesthäkchen wird, bis auf die Fläschchennahrung, hauptsächlich vegan ernährt.

Die Perlenmami hält sich da zur Zeit an die 80/20 Regel.

Ich habe eine Zeit lang gebraucht mich durch dieses rießen Kapitel zu wühlen bis ich den Dreh raus hatte. Nun weiß ich, auf was ich beim Einkaufen achten muss und wo man bei den Nahrungsmitteln hinschauen sollte. Je mehr Know-how man hat, desto leichter wird es einem damit ergehen.

Trotzdem dürfen es manchmal auch (noch) Ausnahmen sein.

Zu anfangs war ich von 0 auf 100 – 100 % vegan. Das hat die ersten Wochen auch prima geklappt, bis dann die Essenseinladungen eintrudelten oder für uns gekocht wurde. Was machst du dann in solchen Situationen? Und glaubt mir, die Familie hat es mir anfangs übel genommen, dass die halbe Familie plötzlich nicht mehr mitisst.

Ausnahmesituation: Familie

Ich habe euch schon erzählt, dass die Ernährungsumstellung innerhalb der Familie zuerst nicht sehr positiv aufgenommen wurde. Auch das Verständnis, was wir nun nicht mehr essen dürfen/sollen/wollen ließ zu wünschen übrig. Ständig wurde nachgefragt. Dürft ihr das denn jetzt essen?

Nein Oma, der Topfen ist auch aus Milch gemacht. Das kommt von  der Kuh.

Meine Oma ist natürlich nicht blöd. Sie kocht sogar die allerbesten Gerichte, aber das Thema „vegan kochen“ ist für sie genauso Neuland, wie für alle anderen in der Familie. Habe ja auch vorher kaum etwas davon gewusst.

Ausnahmesituation: im Restaurant

Ein vegetarisches Angebot ist ja schon gut integriert in den Restaurants. Aber bei veganem Essen ist die Auswahl da eher schon rar bis gar nicht vorhanden. Ich find’s aber toll, dass durch die mittlerweile große Nachfrage immer mehr Lokale darauf aufbauen auch veganes Essen anzubieten. Heißer Tipp: VapianoProcessed with VSCO with  preset

Ich habe mich nun in solchen Situationen für eine vegetarische Essensweise entschieden. In den Restaurants gibtˋs dann auch immer irgendetwas für uns. Für die Familie ist es auch einfacher, vorallem mit den Kindern. Die sind ja hin und wieder auch ohne uns dort. Da ist dann niemand der sagt was gegessen werden darf. Und wenn’s wirklich mal nur vegan sein soll, dann wird das Essen eben vorgekocht und mitgebracht.

In solchen Situationen esse ich einfach immer das, was den wenigsten Schaden verursacht.

Ja, ich sag das auch wirklich genauso und gehe mit dieser Einstellung auch einkaufen. Und ich muss sagen, so blöd das auch klingt, aber für mich funktioniert das super.

Addicted to..

Es geht einfach nichts über Parmesan zu Nudeln. Käse ist mein Schwachpunkt. Kein Wunder. Denn Käse ist auch wirklich so verdammt gut aber macht dazu auch noch süchtig. Gewusst? #factstoknow

Und noch so eine Schwachstelle ist er. Der P.Daddy. Wenn er abends nach der Schicht wieder mal mit einem Fressflash heim kommt und sich eine TK-Pizza reinzieht kann ich oft einfach nicht wiederstehen. So ’ne Spinatpizza kann aber auch wirklich echt was.

Ich versuche mich da meistens am Riemen zu reißen. Hin und wieder darf’s dann aber auch ein #cheatmeal sein. Man sollte sich da nicht zu sehr unter Druck setzen sondern sich einfach mit seinen Handlungen wohl fühlen. Das wollen wir doch.

Uns wohlfühlen.

Genießt das Leben und die Gesundheit.

In Liebe,

Die Perlenmami

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Chibi sagt:

    Finde es toll wie du das handhabst und wie ihr euren Weg geht! Bei mir steht Veganismus schon seit 6 Jahren relativ weit oben auf meiner Prioritätenliste, ich kenne schon extrem viele vegane Produkte, Rezepte, Tricks, Restaurants, usw. In der Theorie bin ich schon der Vollprofi, in der Praxis bin ich trotzdem immer noch nur Vegetarier. Ich finde es oft schon als Vegetarier unangenehm wenn andere extra für mich kochen „müssen“. Und in den Schwangerschaften hatte ich so eine schlimme Übelkeit dass ich fast nur ungesundes Omnizeug runtergekriegt hab. Aber jetzt versuch ichs wieder! Mit Käseersatz aus dem Supermarkt und den meisten Pflanzenmilchsorten kann ich mich zwar gar nicht anfreunden, aber es geht auch ohne 🙂 Zum Thema Käse meine Tipps: Parmesan aus Cashews, Hefeflocken und Salz selber machen. Und Hefeschmelz mag ich sehr gerne als Käsesauce (einfach mal googlen). Hefeflocken sind generell super da sie so nach Käse schmecken 🙂 Viel Erfolg noch auf eurem Weg!

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    1. amomspearls sagt:

      Toll dass du auch darauf achtest, was du isst. 🙂 Ich weiß genau was du meinst. Da muss man sich einfach rein finden und vieles ausprobieren. Und vorallem – viel lesen und Wissen aneignen. Aber der Weg ist das Ziel und irgendwann geht es bestimmt ganz easy von der Hand. Meine Schwierigkeit ist eher der schmale Grad zwischen – die Kinder entscheiden zu lassen und sie trotzdem „gesund“ zu ernähren. Das ist nicht immer leicht und stellt uns oft vor ganz neue Herausforderungen. (z.B. der Krabbelstubenanfang der kleinen Diva nächstes Jahr) Die Familie versucht uns zwar so gut es geht zu unterstützen, aber immer ist da kein Verständnis für. Der Blog soll dabei helfen es besser zu verstehen. 🙂 Vielen Dank für die Tipps und auch dir ganz viel Erfolg auf dem weiteren Weg. 🙂
      Liebe Grüße Sabrina

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